Wie komme ich zu meinem Küchenplan?

Wenn der Küchenplan so wichtig ist, erheben sich die gleichermaßen
wichtigen Fragen: „Wie komme ich zu einem solchen?

Plane ich selbst oder lasse ich planen?“ Ich werde beides tun!

Zuerst plane ich selbst (Eigenplanung). Denn zunächst weiß nur ich
alleine, wie ich mir meine Küche vorstelle. Ich habe zwar tolle Einbau-
küchen in Werbeprospekten gesehen und mich auch in Küchenausstel-
lungen umgesehen und Anregungen gesammelt, aber meine erste gro-
be Zeichnung auf einem Blatt Papier macht meine Vorstellungen von
meiner Küche sichtbar – für mich und für andere. Und sei die Zeichnung
noch so ungelenk: Sie ist durchaus bereits ein Küchenplan, zumindest
eine Vorstufe davon.

Heutzutage bietet mir der Computer (PC) tolle Möglichkeiten für meine
Eigenplanung.Mit geeigneter Planungssoftware (Küchenplaner) ist die Küchenplanung
fast ein Vergnügen. Softwareanbieter finde ich im Internet über die
Suchmaschinen. Oder ich besuche die Internetseite eines Küchenanbie-
ters (Hersteller oder Händler) und nutze sein kostenloses Online-
Planungsprogramm.

Wenn ich mit Computern nichts am Hut haben sollte, könnte ich nach
wie vor einen detaillierten Küchenplan per Hand zeichnen. Dazu bedürf-
te es gar nicht allzu viel. Ich bräuchte lediglich
den Kundenprospekt irgendeines Küchenherstellers mit einem
Typenplan, der die gängigsten Küchenelemente enthält,
eine Zeichenschablone mit Grundrissformen von Spülbecken,
Kochfeldern und sonstigen Planungseinheiten,
Millimeterpapier, Bleistift und Radiergummi.

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All diese Utensilien könnte ich mir in einem Küchenstudio besorgen,
wenn es sie dort überhaupt noch gibt. Denn ich muss einschränken:
Kaum ein Küchenstudio verfügt heute über Planungsmaterialien fürs
Papier. Auch die Hersteller halten sie nicht mehr vor, weil die Küchen-
planung nur noch am PC stattfindet.

Es spielt keine Rolle, ob ich mit Bleistift und Schablone oder am PC
meine Küche plane: Ich werde bald feststellen, dass ich eine ganze
Menge mehr über Küchen und ihre Einzelteile wissen muss als bisher.
Aber deshalb liegt ja dieses Buch neben mir auf dem Tisch. Die folgen-
den Kapitel führen mich gezielt durch die Vielfalt der Einzelheiten, aus
denen Einbauküchen bestehen.

Wenn ich zuerst selbst plane, gewinne ich einen entscheidenden Vor-
teil: Mit jedem Planungsschritt wird mein Gefühl dafür wachsen, was
geht und was nicht. Ich behalte ständig die Übersicht und keiner
macht mir mehr ein X für ein U vor.

Das alles soll nicht heißen, den Küchenfachhändler in dieser Phase der
Selbstplanung zu meiden. Er möge mir ruhig Infos geben. Dafür bin ich
immer offen. Ich muss aber darauf achten, dass der Händler bei diesen
Gesprächen meine Planung nicht durcheinander bringt oder mich zum
schnellen Kauf verleitet.
Inzwischen könnte eine andere Frage aufgekommen sein: „Ja muss ich
nicht bei der ersten Planung bereits festlegen, welches Küchenmodell
von welchen Hersteller ich haben möchte?“
Nein, muss ich nicht! Die Modelle fast aller Hersteller sind durchweg
austauschbar. Gut so: Denn so finde ich heraus, welche Küche für mich
optimal ist.
Früher oder später bin ich dann so weit und lasse planen (Händ-
lerplanung).
Die Küchenfachhändler überstürzen sich förmlich, dies tun zu dürfen.
Sie werben damit:

„Küchenplanung nach Maß — sogar bei Ihnen zuhause.“
„Perfekter Service! Planungsprofis beraten Sie und planen am
Computer Ihre Küche bis ins Detail. Machen Sie sich ein Bild
von Ihrer Küche, bevor sie überhaupt steht.“
„Wir planen Ihre Küche, selbst wenn Sie nicht bei uns kaufen.“
Na also. Das werde ich ungeniert in Anspruch nehmen. Aber ich weiß,
dass ich dabei manche Überraschung erleben werde – allen Werbe-
sprüchen zum Trotz.

Denn der Küchenhändler will nicht nur planen, sondern hauptsächlich
verkaufen. Er will mein Geld. Zusammen mit dem Küchenplan wird be-
reits der Kaufvertrag erstellt. Die Zeichnungen sind nur Anlagen hierzu.
Er weigert sich, diese mir separat auszuhändigen. Erst wenn ich den
Vertrag unterschrieben habe, will er sie mir aushändigen. Oder er gibt
sie mir nur gegen Bezahlung.

Nichts da! So weit sind wir noch lange nicht. In der Planungsphase un-
terschreibe ich nichts und es wird auch nichts gezahlt. An das Geld,
das ich für meine Küche letztlich aufwenden werde, denke ich erst
später. Zunächst muss das Projekt durchgeplant sein.
Ich werde weiter unten darlegen, welche Tricks die Küchenfachhändler
auf Lager haben, mich jetzt und hier zum Kauf zu überreden. Der Kü-
chenplan wird dabei oft als Trumpf ausgespielt.

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